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30. April 2017

Gebete und Krawalle

Hamburg vor dem G20-Gipfel

2017-03-27 Anschlag auf GruKW - Kopie Brandanschlag auf Mannschaftswagen der Polizei in Hamburg

Hamburg (idea) – Rund um den G20-Gipfel am 7. und 8. Juli wird Hamburg den größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Stadt erleben. “Wir machen uns Sorgen, weil massive, gewaltsame Ausschreitungen zu befürchten sind”, sagte der Vorsitzende der Christlichen Polizeivereinigung, Holger Clas, der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Bereits jetzt fühlten sich die Beamten häufig stark belastet. In den vergangenen Wochen zündeten mutmaßlich linksextreme Täter zahlreiche private PKW und sechs Mannschaftswagen der Polizei an. “Solche Anschläge können auch schnell gefährlich für Menschen werden”, sagte Clas. An den Tagen vor und während des Gipfels erwartet die Polizei nach eigenen Angaben mehr als 100.000 Gegendemonstranten, die teilweise gewaltbereit sind. “Wir rufen alle Christen dazu auf, für die Situation und speziell für die Polizei zu beten. Vor allem dafür, dass es keine Schwerverletzten und Toten gibt”, so Clas.

Deutsche Polizeigewerkschaft ist "fassungslos und wütend" über Senatsentscheidung

Schon jetzt werden nach Angaben von Clas immer wieder Streifenbeamte aus den Polizeirevieren der Stadt zu "Alarmhundertschaften" zusammengezogen, was zu deutlicher Mehrarbeit für die in den Dienststellen verbleibenden Beamten führe. Bis zum Gipfel im Juli seien deutlich mehr solcher Sondereinsätze zu erwarten, so Clas. “Durch die Herausforderungen der Flüchtlingskrise und die wachsende Terrorgefahr ist die Situation für die Polizei ohnehin sehr angespannt.” Die Deutsche Polizeigewerkschaft kritisierte die Entscheidung des Hamburger Senats, in der gesamten Innenstadt Demonstrationen zu erlauben. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft in Hamburg, Joachim Lenders, sagte laut Mitteilung: “Ich bin fassungslos und wütend. Mit dieser Entscheidung, Demonstrationen jedweder Art und Größe in der Hamburger City während des G20-Gipfels zuzulassen, maßregelt der Senat die Polizei und lädt Linksterroristen geradezu ein, die Stadt auseinanderzunehmen.”

Kirchen begleiten den Gipfel mit Diskussionen und Gebet

Die großen Kirchen rufen aus Anlass des G20-Gipfels zum "Einsatz für Gerechtigkeit und Gewaltlosigkeit" auf. Laut Mitteilung der Nordkirche lädt das "Kirchliche Bündnis zum G20-Gipfel" zu mehr als 50 Diskussionsveranstaltungen und Gottesdiensten ein. “Als Kirche verurteilen wir jeden Aufruf zu Hass und Gewalt und rufen alle Menschen dazu auf, sich für die Gewaltfreiheit aller Aktionen zum G20-Gipfel einzusetzen”, sagte die Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Kirsten Fehrs. Es gehe um "eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung" und "Frieden und Gerechtigkeit für alle Menschen". Zentrale Veranstaltungen sind ein ökumenischer Gottesdienst am 8. Juli in der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen und ein interreligiöses Friedensgebet am 6. Juli in der Universität Hamburg. Die Evangelische Allianz Hamburg plant ein 24-Stunden-Gebet während des gesamten Gipfeltreffens.

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