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21. Juli 2017

Frommer Zivilfahnder

“Es ist ein Wunder, dass niemand getötet wurde”

Polizeifahrzeug Trotz großer Berufserfahrung brauchen viele Polizisten Zeit, um die Erlebnisse während des G20-Gipfels zu verarbeiten. Foto: CPV

Ein frommer Zivilfahnder über die Gewalt beim G20-Gipfel

Hamburg (idea) – Die gewaltsamen Ausschreitungen beim G20-Gipfel vom 7.-8. Juli in Hamburg waren von „nie dagewesener Brutalität“. Das sagte der 51-jährige Polizeibeamte Thorsten Helm der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Helm ist Mitglied der Evangelisch-Freikirchlichen Josua-Gemeinde (Baptisten) in Schenefeld (bei Hamburg). Er war rund um den Gipfel sieben Tage lang im Schanzenviertel, einem Brennpunkt der Proteste, als Zivilfahnder im Einsatz und erlebte so die Krawalle hautnah mit. „Es waren Menschenleben in Gefahr, es war ein absolutes Wunder, dass niemand ums Leben gekommen ist“, so Helm. Seiner Überzeugung nach lag das auch an den „tausenden Menschen, die gebetet haben“. Er selbst habe immer wieder Stoßgebete gesprochen und auch andere Christen mit Textnachrichten informiert, wofür sie beten sollten. „Die Gebete haben mich in der Situation getragen“, sagte Helm. Er habe zahllose Gewalttäter beobachtet, die Steine geworfen und Polizisten angegriffen hätten. „Bei keiner Demonstration bisher habe ich eine so ausufernde Gewalt gesehen. Es waren bürgerkriegsähnliche Zustände.“

Helm: „Ich verarbeite die Erlebnisse mit Gesprächen und Gebet.“

Zwei Erlebnisse haben sich Helm, der seit 2012 als Zivilfahnder im Schanzenviertel arbeitet und seit über 20 Jahren der Christlichen Polizeivereinigung angehört, nach eigenen Angaben besonders eingeprägt. Eine Gruppe Vermummter habe einen Laden des Telefonanbieters O2 „entglast“ und geplündert. „Über dem Laden schauten die Bewohner aus dem Fenster, die offenbar hofften, dass das Haus nicht angezündet wird.“ Es habe lange gedauert, bis uniformierte Polizisten zu Hilfe kamen – unter anderem, weil die Polizei massiver Gewalt ausgesetzt war. „Viele Schaulustige hätten sich den Polizisten mit Absicht in den Weg gestellt und Steine geworfen.“ Er habe sich zeitweise „hilflos“ gefühlt, weil die Einsatzkräfte nicht durchgekommen seien. Geschockt habe ihn auch eine Situation, als Randalierer 20 Polizeiautos und einen Rettungswagen mit Pflastersteinen beworfen haben. Nach Angaben Helms braucht er trotz seiner großen Berufserfahrung Zeit, um die Erlebnisse während des G20-Gipfels zu verarbeiten. „Was mir hilft, sind Gespräche mit anderen Christen – und vor allem das Gebet."

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