"Zeit für das richtige Maß…"?

Mit einer interessanten Mischung von Referenten wurde beim Adventsseminar in Scheinfeld-Burgambach (Mittelfranken) nach Antworten auf die Frage der richtigen Prioritäten für unser Leben gesucht.

Der Philosoph und Theologe Prof. Dr. Harald Seubert eröffnete das Seminar mit einer Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Situation: Sein Thema lautete: Was uns verbindet. Mit seiner umfassenden qualifizierten Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Situation unter Einbeziehung der geschichtlichen Erfahrungen und dem Veränderungspotential, das in der Kraft Gottes liegt, ermutigte er die Teilnehmer, als Christen Verantwortung für ihr berufliches und privates Umfeld zu übernehmen.

Thea Rettner

Unter die Haut ging der Lebensbericht von Thea Rettner (Schweinfurt), einer Mutter von zwei jungen Polizeibediensteten. Ihre Familie musste eine schwere Leiderfahrung bewältigen. Ihre Tochter Jenny verunglückte unmittelbar nach ihrer bestandenen Polizeiausbildung unverschuldet und verstarb noch am Unfallort im Alter von 23 Jahren. Die bewegenden Ausführungen von Thea Rettner waren ein Zeugnis dafür, wie Gott auch in den dunkelsten Stunden des Lebens da ist und durch das "Tal des Todes" begleitet. Sie erlebte, wie ist möglich wurde, trotz Schmerz und Verlust wieder zu einem wertvollen Leben zurückzufinden. Als Notfallseelsorgerin steht sie nun Menschen zur Seite, die ähnliche schmerzvolle Erlebnisse durchstehen müssen.

"Stimmung und Stimme" war der Titel eines speziellen Workshops, den Sängerin und Gesangscoach Beate Ling (Stuttgart) präsentierte. Unsere Stimme verrät, wie es in uns ausschaut. In aufgemunterter Runde erlebten viele Teilnehmer, wie sich eine positive seelische Stimmung auf die Stimmbänder und das Reden auswirkte. Ein Abend mit lebensnahen Liedern und Texten der Sängerin ließ die Teilnehmer einen besonderen festlichen Höhepunkt am Samstagabend nach einem leckeren Buffet erleben.

Jan–Peter Graap

Ex-Polizist Pastor Jan-Peter Graap (Nürnberg) zeigte in seiner Predigt, dass er trotz seiner Berufung im Herzen immer noch Polizeibeamter geblieben ist. Aus seinem Erfahrungsbereich schilderte er, wie wichtig es ist, christliche Werte im Polizeialltag umzusetzen. Lange hatten die Kollegen über ihn wegen seines christlichen Glaubens geschmunzelt. Als sich ein junger Kollege der Ausbildungseinheit aus Liebeskummer erschoss, änderte sich dies schlagartig. Plötzlich kamen die Kollegen mit bedeutenden Lebens– und Glaubensfragen zu ihm und suchten im Vieraugengespräch nach Antworten. Sein Tipp: Ausreichend Zeit mit Gott und seinem Wort verbringen und sich davon prägen lassen, um in der Umwelt Segensspuren legen zu können.

Für viele der 75 Teilnehmer bestätigten sich die positiven Erfahrungen vorausgehender Seminare. Es war wieder ein vielseitiges Programm, Top-Referenten vermittelten wertvolle Impulse, der gemeinsame Austausch führte zu interessanten Gesprächen und neuen Freundschaften. Der Segen wird auch nach dem Seminar noch lange nachwirken.