Ruhe trotz Hektik?!

Polizeiwagen in Schafherde

Gedanken für Polizeibeamte von Manfred Paul

Er führt mich zu stillen Wassern! (Psalm 23)

Nachempfunden

Der Wecker klingelt, das Telefon schrillt. Das Handy piepst. Die Kinder schreien. Die Säge des Nachbarn kreischt. Der Hund bellt. Ein anderer Nachbar mäht seinen Rasen. Lärm. Hektik. Die Zeit läuft davon. Die Termine drücken. Die Probleme können nicht in Ruhe besprochen werden. Zuwenig Zeit für Frau und Kinder. Keine Muße zum Verschnaufen. Alles muss schnell gehen! Du flitzt – rennst – jagst.
Pause! Du liegst fünf Minuten mit verschränkten Armen erschöpft auf dem Sofa. Starrst an die Decke. Denkst nach. Da war wieder der Knatsch mit dem Kollegen. Die Spannungen auf der Polizeistation machen dich fertig. Postengerangel, Misstrauen. Du fühlst dich überfordert. Dann der Schichtdienst. Sonderdienste durchkreuzen die wenigen freien Wochenenden. Müde und abgespannt sehnst du dich nach Ruhe. Aber wie?

Das permanent Negative nagt an dir: Ordnung schaffen, Streit schlichten, Kriminelle festnehmen. Drogenfahndung, Selbstmorde, tragische Unfälle. Alkoholisierte Rabauken in die Ausnüchterungszelle einschließen, Protokolle schreiben. Mensch, und dann die Umgangssprache! Bei dem allem darfst du keine Schwächen zeigen. Schwankst oft zwischen Wut, Frust und Mitleid. Weglaufen hilft nicht. Es ist dein Job. Urlaub machen, ach, wäre das schön. In die Berge, an die See. Irgendwo hin. Nur mal weg! Zur Ruhe kommen. Und dann?

Viele Polizeibeamtinnen und –beamte merken gar nicht, wie sehr sie innerlich ausgebrannt sind. Leer! Hohl! Erschöpft bis zum Umfallen! Ständig unter Hochdruck! Und dann das Gefühl: Du solltest eigentlich ... Und die Beschimpfungen! Das flaue Gefühl im Bauch, Entscheidungen treffen zu müssen, die heikel werden können und die unangenehme Folgen nach sich ziehen könnten, verderben die Lebensfreude. Und Innen, in Dir, ist der Wunsch, zur Ruhe zu kommen. Wann nimmst du wahr, dass die rote Lampe schon längst brennt? Die Alarmanlage schon lange schrillt? Viele sind nervös, weil sie tausenderlei Sorgen plagen, sind aufgewühlt, weil der Stress an Herz und Nerven sägt.

Wo legt deine Seele den Anker an? Wann und wo kommst du zur inneren Stille? Bei TV und Internet? Bei Radio oder Zeitung? Und viele wundern sich dabei, dass sie gerädert sind und sich mit allerlei Sorgen abplagen. Aber wo finde ich innere Ruhe?

Zuspruch

Ich bin fasziniert von David! David war lange Jahre der höchste Politiker in seinem Staat. Er hatte eine gewaltige Verantwortung zu tragen und war obendrein ein Opfer von Stress, Mobbing und Intrigen. Sein Leben wurde wiederholt existenziell bedroht. Und dennoch war er ein Mensch, der in der ganzen Hektik getrost leben konnte. Seine Lebens– und Ruheerfahrung hat er uns hinterlassen:

„Der HERR ist mein Hirte! Mir wird nichts mangeln (Zukunft!).
Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern.
Er erquickt meine Seele. Er leitet mich auf rechter Straße, um Seines Namens willen.
Auch wenn ich schon wanderte im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir.”

Wir können dies in der Bibel, im Alten Testament, im Psalm 23 nachlesen.

Darum sind ja gerade Christen zu beneiden, weil sie beten können. Weil sie um einen HERRN wissen, dessen Auge über ihnen wacht. Weil sie wissen, wohin sie mit ihrer Angst gehen dürfen. Dass sie nicht dazu gezwungen sind, sich durch Promille zu beruhigen. Dass sie nicht zu Mitteln greifen müssen, um Herr der Lage zu bleiben.
Darum ist die Stille mit dem Herrn Jesus zu wichtig! Viele sind innerlich krank, weil ihnen die Stille im Gebet und in der Gemeinschaft mit Gott, ihrem Schöpfer fehlt! Komm doch zur Stille! Das reicht vollauf! HERR, du führst auf rechter Straße, um deines Namens willen! Darum darf ich getrost sein im Gebrüll der Zeit und darf zur Stille und Ruhe kommen.

Und dann spricht David ja auch noch vom Durst in der Wüste! Er kennt Raubtiere, die eine wehrlose Herde in Angst versetzen. Darum ist die Stille an der Tränke so wertvoll! Hier können sich die Schafe niederlassen, nachdem sie sich satt getrunken haben. Ach, wie oft gehen wir durstig wieder an die Arbeit. Geistlich schlapp zur Dienststelle, obwohl wir doch vorher noch gebetet hatten. Obwohl wir die Stille suchten – und doch nicht fanden! Wir brauchen keine Ich–Versenkung, kein Sofa beim Psychiater, kein Wellness–Hotel, um aufzutanken, wenn unsere Seele leer ist. Wir brauchen das stille Kämmerlein, wo unsere Seele sich mit dem Ewigen vereinigt! Wir müssen raus aus dem Rummel. Wir müssen hin zu der Tankstelle, von der David spricht: “Er führt mich zu stillen Wassern!”

Unterbrochen wird unsere Hektik sehr einschneidend, wenn man am Grab einer Kollegin, eines Kollegen steht. In diesen Minuten überschlägt man sein eigenes Leben! Was zählt eigentlich?

Viele zeit–, kraft– und geldraubende Dinge werden plötzlich so unbedeutend. Was gestern so wichtig war, ist jetzt plötzlich passé. Was wir Jahre– oder gar jahrzehntelang verdrängt und versäumt haben, wird dagegen plötzlich ganz neu wichtig.

Was bleibt von unserem Leben und Arbeiten eigentlich? Die bedeutenden Menschen der Bibel waren Leute, die in der Stille vor ihrem Gott Marschbefehl, Kraft und Weisheit erhielten. Zeiten der Stille vor Gott zahlen sich immer aus. Suche dir deshalb den richtigen Brunnen! Suche nicht woanders deinen inneren Durst zu stillen. Der Tipp: Trinke aus Gottes heilender Quelle! „Wen dürstet, der komme! Wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!" (Offenbarung 22,17). Es geht nicht nur um ein “Wieder–fit–werden”! Es geht in erste Linie um Gemeinschaft mit Jesus Christus, aus der auch die Kraft zu einem sinnerfüllten Leben kommt. Er ist nicht nur Zapfsäule, sondern auch Ruheplatz meiner Seele – der Platz zum Gespräch über alles, was mich bewegt – auch über mein Versagen und die tief eingebrannten Bilder aus den polizeilichen Grenzsituationen. Und wenn du dann wieder aus der Stille in den Krach dieser Welt musst, dann wird deine Seele den Frieden genießen, der aus der Gemeinschaft mit JESUS kommt!

Ein Christ im Polizeidienst ist übrigens nicht wirklichkeitsfremd. Er wohnt nicht im Wolkenkuckucksheim. Das Gegenteil ist der Fall. Keiner ist so sehr Realist wie der, der selbst die rettende Kraft Gottes und die Vergebung seiner Sünde und Schuld in seinem Leben erfahren hat. Dies wird an Menschen deutlich, die ihr Leben ganz bewusst Jesus Christus anvertrauen und ein verändertes Leben erfahren. Da werden aus Gewalttätern friedliche Menschen, aus Mördern und hartgesottenen Burschen, die andere misshandelten, Leute, die liebenswert sind. Da werden aus Ehebrechern, Lügnern, Gaunern und Dieben Menschen, denen man plötzlich vertrauen kann.

Es ist entscheidend wichtig, dass wir unser Leben in einer lebendigen Beziehung mit unserem Schöpfer leben. Er will für uns sorgen, auch in den hektischen Situationen unseres Lebens. Aus der Nähe zu ihm fließt die Kraft, die uns durch die stürmischen Zeiten unseres Lebens durchträgt.

Deswegen entscheidet sich unser jetziges Leben und unser Leben nach dem Tod an JESUS! Wer JESUS verpasst, verpasst alles und erlebt am Ende die Trennung von Gott. “Das hab ich nicht gewusst”, wäre genau so unwirksam, wie wenn eine Provida–Zivilstreife (Zivilstreifenfahrzeug mit eingebauter Videokamera) einen Raser auf der Autobahn anhalten und ihm die Geschwindigkeitsübertretung vorhalten würde. Würden die Beamten ihn aus Gutdünken bestrafen? Nein, sondern auf der Grundlage der Straßenverkehrsordnung. Weshalb meinen wir anderseits, Gott würde zu aller Ungerechtigkeit und Schuld der Menschen in dieser Welt schweigen, wenn seine Gebote mit Füßen getreten und Menschen geschädigt werden? Meinen wir, dass Gott angesichts aller Brutalität, Gewalt, Gemeinheit, Okkultismus und Gotteslästerung einfach schweigt? Sicher nicht. Darum ist Jesus Christus die einzige Chance für diese Welt! Wer sich und sein Leben Jesus Christus anvertraut, wechselt auf die “sichere Seite”.

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